Kein Tag vergeht, an dem die neue US-Regierung nicht für Schlagzeilen sorgt. Die Märkte scheint dies nicht groß zu verunsichern. Warum ist das so?
Den Kapitalmärkten ist bekannt, dass die amtierende US-Regierung gerne Maximalforderungen stellt. Dies führt zu einem gewissen Gewöhnungseffekt. Die Verhandlungstaktik des amtierenden US-Präsidenten ist bekannt, auch aus seiner ersten Amtsperiode. Zudem sind die derzeitigen geostrategischen Herausforderungen mit ihren möglichen krisenhaften Zuspitzungen ebenfalls größtenteils bekannt. Die Märkte haben sich darauf eingestellt und können damit umgehen. Derzeit entscheiden die Fundamentaldaten die Marktentwicklung. Die Unternehmensergebnisse aus der laufenden Bilanzsaison sind nach wie vor überzeugend und unterstützen die Kursentwicklung.
Welches Thema bewegt derzeit die Börsen am meisten?
Die Inflation beschäftigt die Märkte weiterhin, zumal die US-Administration mit ihrer Zollpolitik die Preisentwicklung in den USA weiter anheizen könnte – was wiederum Auswirkungen auf die US-Notenbankpolitik haben wird. Die bis vor kurzem noch erwarteten, bevorstehenden Zinssenkungen in den USA sind zuletzt ausgepreist worden. Dieser Ausblick dämpft die Erwartungen bezüglich des Wirtschaftswachstums. Dagegen ist die deutliche Outperformance der europäischen Aktienmärkte seit Jahresbeginn bemerkenswert. Viele Anleger haben in den vergangenen Jahren stark auf US-Aktien sowie hochkapitalisierte Technologieaktien gesetzt und müssen nun ihre Untergewichtung in Europa schließen. Das unterstützt die europäischen Aktienmärkte weiter. Auch ein mögliches Ende des russischen Angriffskriegs in der Ukraine gibt den europäischen Aktienmärkten Auftrieb.
Wie sehen wir die Auswirkungen von KI auf die Börsen?
In den vergangenen zwei Jahren haben die Kapitalmärkte bereits viel an positiven Effekten von KI vorweggenommen. Die „Magnificent Seven“ stehen sinnbildlich dafür. Gleichzeitig haben wir bereits eine Verbreiterung auf viel mehr als nur die bekannten Namen gesehen. Eine viel zitierte Börsenweisheit besagt: „Investiere bei einem Goldrausch nicht in die Goldgräber, sondern in Schaufeln!“ Entsprechend sind Halbleiter und Software interessant sowie die großen Cloud-Anbieter und Unternehmen, die von einer zunehmenden Elektrifizierung profitieren. Das Investieren entlang sich deutlich abzeichnender Megatrends ist in aller Regel erfolgversprechend.
Wie sollte sich der Anleger verhalten?
Anleger sollten immer entsprechend ihrem Anlagehorizont und ihrer Chance-/ Risikoneigung investieren. Wer sich Aktien zutraut und von den Chancen profitieren will, sollte sich auch damit vertraut machen, dass die Börse keine Einbahnstraße ist. Gleichwohl lassen sich mit Aktieninvestments langfristig überdurchschnittlich hohe Renditen erwirtschaften. Ein Beispiel dafür ist der internationale Aktienfonds MEAG GlobalAktien, der breit diversifiziert auf Megatrends setzt. Wer es ruhiger angehen lassen möchte, findet in unseren Mischfonds und vermögensverwaltenden Fonds ein passendes Angebot – ganz entsprechend ihrer oder seiner persönlichen Chance-/ Risikoneigung.