Zur Erreichung der ökologischen und sozialen Produktmerkmale kombiniert der Fonds den sog. Best-in-Class Ansatz mit strengen Ausschlusskriterien und der Analyse finanzrelevanter Nachhaltigkeitschancen und -risiken sowie der traditionellen Wertpapieranalyse. Durch die Kombination des negativen Screenings (Ausschlussverfahren) und des positiven Screenings (Best-in-Class Ansatz) wird das anfängliche Investmentuniversum auf diejenigen Titel begrenzt, die in Bezug auf Nachhaltigkeit hohen Standards genügen.
Der Best-in-Class Ansatz filtert anhand eines detaillierten Nachhaltigkeitsratings die Unternehmen heraus, die in ihrer jeweiligen Branche hinsichtlich ökologischer und sozialer Aspekte sowie den Grundsätzen guter Unternehmensführung vergleichsweise gut bewertet sind.
Zusätzlich zum Best-in-Class Ansatz sind Ausschlusskriterien definiert, um Unternehmen und Staaten, die in bestimmten kontroversen Geschäftsfeldern tätig sind oder Verstöße gegen anerkannte Normen begehen, von vornherein auszuschließen. Der Verstoß gegen ein Ausschlusskriterium führt unabhängig von der Best-in-Class Einschätzung des Ausstellers zu einem Ausschluss.
Als Ausschlusskriterien für Unternehmen sind definiert:
- Produktion von Suchtmitteln: Glücksspiel, Tabak, Alkohol (Umsatztoleranz jeweils 5%)
- Produktion gentechnisch veränderter Pflanzen und Tiere (Umsatztoleranz 5%)
- Produktion von geächteten Waffen (beispielsweise Streubomben und Landminen) und atomaren, biologischen und chemischen Waffen sowie deren strategischer Bestandteile wie z.B. angereichertes Uran
- Produktion und/oder Vertrieb von konventionellen Waffen(-systemen) (Umsatztoleranz 5%)
- Förderung von thermischer Kohle (Umsatztoleranz 5%) sowie deren Verstromung (Umsatztoleranz 10%)
- Schwerwiegender Verstoß gegen die zehn Prinzipien des UN Global Compact (Menschen- und Arbeitsrechte, Umweltschutz und Korruption)
- Öl- und Gasproduktion mit unkonventionellen Methoden: Förderung von Ölsand und Fracking
- Öl- und Gasproduktion mit konventionellen Methoden (Umsatztoleranz 30%)
- Betrieb von Kernkraftwerken, Produkte und Dienstleistungen für Atomkraftwerke, Förderung von Uran (Umsatztoleranz jeweils 5%)
- Pornografie und pornografische Unterhaltungsdienstleistungen (Umsatztoleranz 5%)
Als Ausschlusskriterien für Staaten sind definiert:
- Unfreie Staaten gem. Freedom House ("Nicht frei“)
- Nicht-Unterzeichnung des UN-Biodiversitätsabkommens
- Nicht-Unterzeichnung des Pariser Klimaabkommens
- Korruption (Corruption Perception Index unter 35)
- Nicht-Unterzeichnung des Atomwaffensperrvertrags
- Rüstungsbudget mehr als 4 Prozent des BIP
- Todesstrafe
- Staaten mit einem Nachhaltigkeitsrating von CCC nach MSCI ESG Research
Als Ausschluss für Finanzinstrumente sind definiert:
Die Einhaltung dieser Kriterien wird laufend überwacht. Aus dem Zusammenspiel Best-in-Class Bewertung und der oben genannten Ausschlusskriterien ergibt sich das entsprechende Investmentuniversum.
Für die im Investmentuniversum vertretenen Einzeltitel wird anschließend ein umfassender Prüfprozess mit intensiver Analyse durch das Fondsmanagement durchgeführt. Alle Wertpapiere, die grundsätzlich für eine Investition in Frage kommen, müssen diesen Prüfprozess durchlaufen. Hierbei wird neben der traditionellen Wertpapieranalyse, die die ausgewählten Wertpapiere aus finanzieller Sicht anhand von beispielsweise Bilanzkennzahlen oder Kennzahlen der Gewinn- und Verlustrechnung betrachtet, insbesondere die Analyse finanzrelevanter Nachhaltigkeitschancen und -risiken berücksichtigt. Die Nachhaltigkeitsanalyse ist somit keine zusätzliche oder separate Bewertung, die der Finanzanalyse nachgestellt ist, sondern wird gemeinsam mit einer wirtschaftlichen Betrachtung des Unternehmens durchgeführt. Sie unterstützt die frühzeitige Identifikation und Reaktion auf operative bzw. Reputationsrisiken und kann Anleger davor schützen finanzielle Schäden zu tragen.
Zur Bewertung eines Ausstellers aus Nachhaltigkeitssicht stützt sich MEAG insbesondere auf die ESG Analysen des ESG Research Anbieters MSCI ESG Research LLC (siehe Abschnitt „Datenquellen und -verarbeitung“). MSCI ESG Research analysiert die Emittenten anhand der drei Bereiche: Umwelt (E), Soziales (S) und gute Unternehmensführung/Governance (G). Die MSCI ESG Rating-Analyse beinhaltet auch eine gründliche Governance Bewertung. Diese enthält u.a. eine Prüfung von Verstößen gegen Korruption, Unabhängigkeit des Boards sowie Vergütungspolitik. Nähere Informationen können Sie dem Internet unter www.msci.com/esg-ratings entnehmen.
Aber auch über die Wahl der Ausschlusskriterien soll sichergestellt werden, dass der Fonds nur in Aussteller investiert, die den Anforderungen an eine gute Unternehmensführung entsprechen. So werden bspw. Investitionen in Unternehmen ausgeschlossen, bei denen Informationen darüber vorliegen, dass sie schwerwiegend gegen die zehn Prinzipien der UN Global Compact verstoßen haben.