Märkte & Trends 07/2022

Fokus-Thema:
Was tun gegen die Inflation?

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Schon gewusst?

Kapitalerhöhung – frisches Geld

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Rohstoffe – Glanz im Depot?

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Märkte im Überblick

 

Kapitalmarktindizes 15.07.2022  + / - Ultimo Vormonat  + / - Jahresbeginn

Aktien Deutschland (DAX®)

12.864,27 -4,60 -19,01

Aktien Europa (EURO STOXX® 50)

3.477,20 -1,56 -19,10

Dow Jones Industrials (PRICE INDEX)

31.288,26 2,02 -13,90

MSCI WORLD U$ (PRICE INDEX)

2.568,64 0,47 -20,52

Renten Deutschland (RexP)

135,74 3,77 -5,88
Währung Euro/US-Dollar 1,01 -3,18 -11,37

Quelle: Refinitiv, Werte seit Jahresbeginn und zur letzten Monatsmitte in Prozent.

DAX® ist eine eingetragene Marke der Deutsche Börse AG

EURO STOXX® ist eine eingetragene Marke von STOXX Limited

Anlageklassen im Überblick

 So lesen Sie die Tabelle richtig  

 

Attraktiv

Mehrheitlich
attraktiv

Neutral

weniger
attraktiv

Unattraktiv

 

 

 

 

 

 

 

 

Anlageklassen  Einschätzung Kommentar
Aktien

Allgemein ist die Marktsituation weiterhin schwierig, und Risikomanagement sollte für Anleger im Fokus stehen. Es gibt allerdings mittlerweile auch erste Anzeichen der Entspannung am Aktienmarkt. Technologiewerte in den USA haben im ersten Halbjahr 2022 überdurchschnittlich viel an Wert eingebüßt. Es erhöht sich mittlerweile die Wahrscheinlichkeit, dass auch wieder freundlichere Kursentwicklungen bevorstehen können. Da der Markt sich mittlerweile mehr um das Wachstum als um die Inflation sorgt, erscheinen Technologiewerte wieder attraktiver gegenüber Zyklikern aus Europa. Auch geografisch gesehen sind US-Aktien zurzeit im Vorteil gegenüber Unternehmen aus Europa, die die Auswirkungen des Ukraine-Kriegs deutlicher spüren.

Renten

Die Europäische Zentralbank überrascht mit einem stärker als erwarteten Zinsschritt. Gleichzeitig werden Maßnahmen getroffen, um überschuldete Länder wie Italien vor einem zu starken Zinsanstieg zu schützen. Die Frage, ob die EZB das überhaupt darf oder hiermit in die eigentlich nicht erlaubte Staatsfinanzierung eintritt, wird vermutlich in Zukunft noch Gerichte beschäftigen. Die Regierungskrise in Italien führt darüber hinaus zu einer weiterhin hohen Volatilität bei Staatsanleihen. Im Bereich der Unternehmensanleihen muss genau geprüft werden, welche Unternehmen von einer potenziellen Energiekrise am meisten betroffen wären. Diese Unternehmen gilt es zu meiden. Bei Anleihen weniger betroffener Unternehmen können jedoch aktuell wieder attraktive Renditen verdient werden.

Rohstoffe

Sorgen um die Weltkonjunktur, die Nachfrage aus China und eine drohende Rezession in den Industrieländern sorgen für eine Schwächephase für die Rohstoffpreise, insbesondere im Bereich Industriemetalle. Die Preise für Energie bleiben weiterhin sehr hoch, während sich die Preise für Agrarrohstoffe zuletzt wieder ein wenig normalisiert haben.

Liquidität Die EZB läutet (schrittweise) das Ende der Negativzinspolitik ein. Mit steigenden Leitzinsen erhöht sich auch mittelfristig wieder die Attraktivität von kurzfristigen Geldanlagen.

Rechtlicher Hinweis:

Die rechtlichen Hinweise zu den einzelnen Investmentfonds entnehmen Sie bitte dem Verkaufsprospekt/Fondsporträt. Lesen Sie dazu bitte auch die allgemeinen Rechtlichen Hinweise. Geäußerte Prognosen oder Erwartungen sind mit Risiken und Ungewissheiten verbunden und die tatsächlichen Entwicklungen können hiervon wesentlich abweichen. MEAG behält sich Änderungen der geschilderten Einschätzungen vor und ist nicht verpflichtet, diese Unterlage zu aktualisieren. Wertentwicklungen und Auszeichnungen in der Vergangenheit sind kein verlässlicher Indikator für zukünftige Wertentwicklungen und Auszeichnungen.

 

 

Expertenmeinung: Inflation - zu viel Salz ist ungesund

Expertenmeinung: Inflation - zu viel Salz ist ungesund

Stefan Amenda, Leiter Multi Asset & Equity

Mit der Inflation ist es wie mit dem sprichwörtlichen „Salz in der Suppe“. Ist zu wenig oder gar kein Salz in der Suppe, schmeckt sie nicht. Zu viel wiederum macht die Suppe ungenießbar. Mehr noch: Dauerhaft ist zu viel Salz der Gesundheit abträglich.

Inflationsraten von fast acht Prozent, wie wir sie zuletzt gesehen haben, schaden auf Dauer der Konjunktur. Dem immer lauter werdenden Ruf, mit geldpolitischen Mitteln dagegenzusteuern, ist die Europäische Zentralbank (EZB) jetzt nachgekommen. Der erste, unerwartet hohe Zinsschritt seit elf Jahren war längst überfällig. Denn das vorrangige Ziel der EZB sind stabile Preise, um den Wert des Euro zu wahren, da die Preisstabilität eine Voraussetzung für Wirtschafts-wachstum und die Schaffung von Arbeitsplätzen ist. Mittelfristig strebt die EZB ein Inflationsziel von zwei Prozent an.

Nicht zu viel, nicht zu wenig

Nicht mehr als zwei Prozent, aber auch nicht dauerhaft darunter. Denn bei stetig fallenden Preisen steigt die Gefahr einer Deflation, je näher die Preisentwicklung sich der Nullmarke nähert. Eine leichte Preissteigerungsrate mit komfortablem Abstand zur Nullmarke ist ein erstrebenswertes Ziel. Davon sind wir mittlerweile sehr weit entfernt. Zu den wichtigsten Preistreibern zählen Angebotsstörungen, unterbrochene Lieferketten sowie steigende Energiepreise im Zuge der Pandemie und des Kriegs in der Ukraine. Wenn alles teurer wird, halten sich Unternehmen wie auch Verbraucher zunehmend zurück. Dies wiederum bremst das Wirtschaftswachstum.

Handlungsbedarf auch bei Sparern

Der Kaufkraftverlust wirkt sich auch auf den Sparer-Pauschbetrag aus. Mit dem 2009 eingeführten Freibetrag sind Kapitalerträge bis 801 Euro für einzeln veranlagte Personen bzw. 1602 Euro für gemeinsam veranlagte Ehepaare steuerfrei. Allerdings wurde der Freibetrag seit seiner Einführung vor 13 Jahren nicht erhöht, während das Geld in dieser Zeit inflationsbedingt an Wert verloren hat. Der Freibetrag hätte erhöht werden müssen, damit Einkünfte aus Kapitalvermögen bis zu dem damals festgesetzten Betrag real, also unter der Berücksichtigung der Inflation, in gleichem Maße steuerfrei bleiben und so das dringend erforderliche Vorsorgesparen begünstigt bleibt.

Unter dem Strich kann es keinen Zweifel geben: Auf die Dauer ist zu viel Inflation schädlich – ähnlich wie zu viel Salz für den Menschen. Wir müssen wieder zurück zu niedrigeren Inflationsraten. Mit der ersten Leitzinserhöhung seit über einem Jahrzehnt hat die EZB eine Prise Salz aus der Mühle genommen.